Google Street View in Göttingen
Julia Bretz | 19. April 2009Die FDP-Ratsfraktion und die Jungen Liberalen Göttingen fordern mehr Datenschutz vom Internetnetkonzern Google. Anlass sind Aufnahmen, die für den Webdienst Google Street View derzeit in Göttingen gemacht werden. „Wir finden es aus datenschutzrechtlicher Sicht höchst bedenklich, dass der Google Konzern flächendeckende 360-Grad Aufnahmen auf Straßenebene in Göttingen macht, ohne sicherzustellen, dass alle fotografierten Personen unkenntlich gemacht werden. Dies ist ein schwerwiegender Eingriff in die Privatsphäre“, so FDP-Ratsherr Ben Schroeter und JuLi-Vorsitzender Sascha Schade. So könnten auch Personen fotografiert werden, die ein besonderes Schutzbedürfnis hätten, etwa Frauen, die Zuflucht in einem Frauenhaus suchten.
Zurzeit fahre ein Fahrzeug von Google, auf dessen Dach ein Teleskopmast mit Spezialkameras montiert ist, durch Göttingen und mache Aufnahmen. Zwar verspreche Google, alle fotografierten Gesichter und Kennzeichen unkenntlich zu machen, aber dies gelänge nicht in allen Fällen. Nach Auskunft von Google, sei dem Konzern „bewusst, dass Street View-Bilder unangemessene Inhalte enthalten können.“ So sei es in der Vergangenheit immer wieder dazu gekommen, dass Personen in unangenehmen oder kompromittierenden Situation eindeutig erkennen zu waren. Die FDP-Fraktion und die Jungen Liberalen fordern daher eine Gesetzesänderung, um Google zu strikterem Datenschutz anzuhalten.
Bereits vor einigen Monaten hatte Google Street View in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Aus Sorge um den Datenschutz wollten einige norddeutsche Kommunen Google Aufnahmen in ihren Gemeinden untersagen. Dies scheiterte jedoch an fehlenden rechtlichen Voraussetzungen. „Dies soll uns jedoch nicht davon abhalten, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Göttinger vor Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte zu schützen. Wir haben Oberbürgermeister Meyer in einem Brief gebeten, sich an Google zu wenden und eine strikte Einhaltung des Datenschutzes einzufordern. Dazu gehört auch eine lückenlose Unkenntlichmachung aller abgebildeten Personen“, erläutern Schroeter und Schade. Auf Landesebene werde man sich zudem für eine rasche Gesetzesänderung einsetzen.








